Ich wollte schon immer einmal mit einem Motorrad fahren. Die Schwalbe vom Direktor ist so blau wie das Meer hinter Großvaters Haus. Die Farbe blättert bereits an der Vorderseite ab und das Glas des linken Rückspiegels ist zur Hälfte herausgebrochen. Ich weiß alles über dieses alte Motorrad, das nicht zu unserem Direktor passt. Und eigentlich ist es ja gar kein Motorrad, sondern ein Mofa.

Immer wenn Jonathan und ich im Essenssaal auf den Kramer und seine Tadelungen warten, blicken wir schweigend durch das schmutzige Fenster, das graues Licht hereinlässt. Der Kramer ist nicht der Direktor. Alles in unserem Internat ist lieblos, alt und hässlich. Die Anzüge, die Jonathan und ich tragen, waren einmal wie die Schwalbe.

All die Jungen, die den Anzug der Schande bereits getragen haben, haben ihn ausgebeult und verdreckt. Mein erstes Mal im blauen Anzug ist jetzt zwei Jahre her.

Der Anzug der Schande ist eine Strafe, um uns den Blicken der anderen Kinder auszusetzen, um ihre Hände vor dem Mund zu sehen, die ihr Grinsen und ihre Zähne, die von dem Essen gelb geworden sind, verstecken.

Jeder weiß dann, dass Jonathan und ich etwas angestellt haben. Wir stellen oft etwas an. Die anderen nennen uns manchmal die blauen Brüder. Blau wie unser Anzug, blau wie die Flecken an unserem Körper von der Arbeit im Hof und blau wie meine Träume. Die Bank, auf der wir warten, knarzt und die Plastiktischdecke klebt. Niemand weiß, ob die Früchte darauf Tomaten oder Erdbeeren sind, aber es ist ja auch egal.

Die Tischdecken sind hässlich.